DVD-Authoring - 4 (First Play PGC,  VTS- und VGM-files)


 

Nachdem wir also nun in den letzten Folgen VOB- und IFO-Files "hergestellt" haben


Abb 1

 

ist im nächsten Schritt etwas Handarbeit angesagt.

Hier gestalten Sie Ihre DVD im Rahmen der Möglichkeiten Ihres Authoringprogramms. Sie bauen sich also ein hübsches (Start)menü und verzweigen zu den einzelnen Kapiteln des Films.

Einige der klassischen Authoringprogramme werde ich in einem sep. Tipp nach Abschluss dieser grundsätzlichen Einführung vorstellen.
 

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, eine DVD zu "gestalten" - die "non-interaktive" und die "interaktive".

Die non-interaktive DVD hat keine Titelseite und auch keine Menüs. Wenn Sie die DVD in einen DVD-Player legen, startet direkt der Film. Als Optionen stehen Ihnen meist nur STOP, PAUSE und der variable VOR- bzw. RÜCKLAUF zur Verfügung.

Im Gegensatz dazu hat eine interaktive DVD eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Nachdem Sie sie in den Player gelegt haben, zeigt sich eine Titelseite. Hier wird meist der Titel der DVD angezeigt und Sie haben die Möglichkeit, in einem Navigations-Menü bestimmte Optionen auszuwählen.

Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass man beispielsweise bestimmte Kapitellinks (Kapitelmarken oder auch "entry points") anspringen kann. Kapitellinks sind Navigationsmarkierungen im Film, die benutzt werden, um einen direkten Zugriff zu einzelnen Szenen zu ermöglichen.

 
Vorweg noch ein kleiner Tipp am Rande:

Fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus. Will meinen: Ihre DVD sollte nach dem Einlegen in den DVD-Player nicht gleich mit einem Menü beginnen.

Fast alle professionellen DVDs, die ich mir angesehen habe, beginnen mit einem kurzen Video-Stream und nicht mit einem Menü!

Dieser Start-Video-Stream nennt sich "First Play PGC" (FP-PGC = First Play - Program Chain), doch dazu später mehr.

Offensichtlich benötigen einige Standalone-Player eine gewisse Zeit nach dem Start einer DVD, um die Resume-Funktion (RSM) zu initialisieren (vergl. Prof. Uli Plank und Thomas Köke in "DVDs produzieren und gestalten" ISBN 3-89842-198-8)

Die Resume-Funktion merkt sich, an welcher Stelle ein Film unterbrochen wurde. Beim späteren Weitersehen der DVD steigt der Player genau an der gleichen Stelle wieder ein.

Als Start-Stream nutze ich einen Kurzfilm mit animierter Logo- bzw. Copyright-Einblendung. Sie können jedoch auch einen kurzen Streifen mit einem Schwarzbild nehmen. Vergessen Sie dazu aber nicht den Ton. Wenn Sie keinen Ton wollen, nehmen Sie eine "Stille". Also, ein Stück Audio, in dem Sie alle Regler runtergedreht haben. ;-)

Im Prinzip sollten übrigens alle Elemente einen Ton haben, da es Player geben soll, die so stabiler arbeiten.

Nach Beendigung diese Startvideos geht es meist in den "Video Manager" (VMG) zu einem echten Titel-Menü. Hier finden die Verzweigungen zu den einzelnen Videos statt.

Sind also nun alle Elemente zusammengeführt, so ist das Ergebnis des Prozesses eine "volume structure" für die DVD sowie VTS- und VGM-files.


Abb 2

Was sich dahinter verbirgt, schauen wir uns in der nächsten Folge an.

 

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