DVD-Authoring - 1 (Muxing)

 
Schauen wir uns einmal eine fertige DVD an. Da gibt es im Video-Verzeichnis einige Daten-Files,

deren Entstehung wir uns nun ansehen wollen.

Das Erzeugen von MPEG-Streams haben wir ja schon ausführlich besprochen.

Also, wie man codiert wissen Sie schon. Wie man multiplext haben wir auch schon gelernt. Aber ist das alles?

Die nachstehenden Schaubilder zeigen Ihnen einmal alle Schritte in der Übersicht, die notwendig sind, um eine einwandfreie DVD zu erzeugen.


Abb 1 (klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)

 

Keine Panik. Das sieht zwar etwas komplex aus. Wir werden den Prozess aber gleich Schritt für Schritt auflösen.

Wenn Sie nun sagen, was interessiert mich das denn - mein Authoringprogramm wird es schon richten, dann sind Sie hier beim EDV-TIPP vermutlich nicht nur falsch, sondern Sie werden auch nie erfahren, warum z.B. Ihr selbst gefertigtes Video in einigen Player läuft und in anderen Playern nicht.

Die nachfolgend beschriebenen  Einzelschritte dienen mehr der didaktischen Aufbereitung des Authoringprozesses. Die Bedienoberflächen der einzelnen Authoringprogramme zeigen Ihnen meist überhaupt nicht was da im Hintergrund eigentlich abläuft.

 
Fangen wir einmal mit dem Multiplexen eines MPEG-Streams an. Der Video-Stream und der Audio-Stream, also die "elementary streams" (ES-Streams) wie man auch sagt, werden zusammen gemultiplext. Wir kennen das ja schon von der SVCD.

Genau genommen wird vor dem 'muxen' noch ein Schritt eingefügt. Video und Audio laufen vor dem muxen noch durch einen "packetizer" und werden dort mit Steuerinformationen versehen. Aus dem jeweiligen ES wird ein Video PES und ein Audio PES.

 
Danach erst folgt das eigentliche Zusammenführen der einzelnen Datenströme zu einem einzigen, wobei die so genannten "Packetized Elementary Streams (PES)" in kleinere Pakete zerlegt und diese dann gemultiplext, also miteinander verwoben werden.

Ob Ihr Authoringprogramm nun zur Sicherheit erst Ihren vorhandenen Stream zerlegt und dann neu muxt, oder ob es einfach ES-Streams von Ihnen haben will, ist von Hersteller zu Hersteller recht unterschiedlich. Es gibt auch Authoringprogramme, die übernehmen den Stream so wie er angeliefert wird; mit all den Konsequenzen, die sich daraus ergeben können - doch dazu später mehr.

Den Vorgang des Multiplexen kannten wir ja schon von dem 'normalen' MPEG-Stream.

Bei der Verarbeitung eines MPEG-Streams für eine DVD werden nun noch zusätzlich zu den "elementary streams" leere "navigation packs" mit dem "MPEG2 Program Stream" verwoben.

"Navigation packs", also Datenpakete zum Navigieren enthalten später Informationen, die der DVD-Video-Player benötigt, um mit variabler Geschwindigkeit vor oder zurück spulen zu können und um bestimmte Punkte im Stream anspringen zu können.

Das Ergebnis der o.a. Einzelschritte ist also ein Program Stream (PS).

Aus Gründen der Vereinfachung bin ich hierbei erstmal nicht auf die Subpictures in einem Stream eingegangen. Aber jeder von Ihnen kennt vermutlich die Untertitel in einem Film. Die entsprechenden Bilder sind direkt Bestandteil des Streams und werden über das Muxing in den Stream gebracht.

(Subpictures sind übrigens Bitmaps mit zwei Bit Farbtiefe, die einfache Bilder oder Untertitel enthalten. Ein allen sicher bekanntes Beispiel für Subpictures sind auch die halbtransparenten Auswahlmarkierungen in DVD-Menüs.)

 

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