Guter DVD-Sound für Ihren Film selbst gemacht
  Teil 4 - Das Zielobjekt - die DVD

 

Nachdem die ersten Hürden bei der Produktion eines guten Tons (für einen eigenen Videofilm) genommen waren, geht es im nächsten Schritt um die Frage, was für ein digitales Format nimmt man denn für den Ton bei einer DVD.

Schaut man sich den Standard für DVD-Video an, so findet man folgende Audio-Formate:
 

    NTSC:     PAL:  
             
    Zwingend (!)     Zwingend (!)  
             
    PCM (2 channels)     PCM (2 channels)  
    oder:     oder einer der folgenden:  
    Dolby Digital     Dolby Digital  
          MPEG 1 Layer 2 (2 channels)  
          MPEG 2 Layer 2 (Multichannel)  
             
    Option:     Option:  
             
    Dolby Digital     Dolby Digital  
    DTS     DTS  
    PCM     PCM  
    MPEG     MPEG  
    SDDS     SDDS  

 
Damit stehen neben dem bekannten MPEG folgende Ton-Formate zur Verfügung: Dolby Digital (oft auch als AC3 bezeichnet), Digital Theater Systems = DTS, Sony Dynamic Digital Sound = SDDS [eher selten] oder PCM = Pulse Code Modulation.

 
Wie Sie sehen, ist z.B. in den USA (mit NTSC) entweder PCM oder Dolby Digital als erste oder evtl. einzige Tonspur zwingend vorgeschrieben. Bei uns hingegen -im PAL-Bereich- darf es auch beispielsweise ein Stereo-Signal in MPEG 1 Layer II sein.

Noch ein paar Worte zu einigen der o.a. Abkürzungen:

PCM steht für "Pulse Code Modulation" beziehungsweise LPCM für "Linear Pulse Code Modulation".

Bei der uns allen bekannten Musik-CD z.B. handelt sich um einen digitalen, unkomprimierten 2-Kanal-Ton mit einer Sampling-Rate von 44,1 kHz in diesem Format. Auf der DVD-Video finden wir dieses Verfahren mit einer Sampling-Rate von 48 oder 96 kHz und mit max. 8 Kanälen. Die TU Chemnitz hält zum Wandlungsverfahren noch ein paar Hintergrundinfos bereit.


Alle Begriffe um Dolby herum gehen auf Ray Dolby, einen amerikanischen Physiker zurück, der 1965 in London die Dolby Laboratories gegründet hat.

Nun werden in dem Zusammenhang immer wieder Begriffe durcheinander geworfen, die nicht viel miteinander zu tun haben. Da ist erst mal die Frage, was ist Dolby? Hat das was mit "Dolby Surround" zu tun?

"Dolby Surround ist ein Matrixverfahren, das jedes zweikanalige analoge oder digitale Stereo-Medium in die Lage versetzt, vierkanalige Toninformationen zu transportieren. Das encodierte Programmaterial ist vollständig kompatibel zur Mono- oder Stereowiedergabe. Und wer zum Abspielen Geräte mit einem Dolby Pro Logic Decoder einsetzt, kann vierkanaligen Surround-Sound genießen." *)

Dolby Surround hat also erst mal nichts aber auch gar nichts mit Dolby Digital zu tun. Ein Surround-Ton kann z.B. genauso gut über ein UKW-Stereo-Signal transportiert werden, wie über eine Audio-Cassette oder über einen PCM-Datenstrom.

"Dolby Digital, manchmal auch "AC-3" genannt (dieses Kürzel steht für die Technik, auf der Dolby Digital beruht), ist eine an der akustischen Wahrnehmung orientierte Codierung für Consumer-Anwendungen, die die Speicherung oder die Übertragung von 5.1 Tonkanälen mit sehr niedrigen Datenraten erlaubt." *)

Übrigens AC-3 steht für "Audio Codec 3", also im Prinzip dem Komprimierungsverfahren.

Beachten Sie, daß Dolby Digital und Dolby Surround nicht ausschließlich an ein bestimmtes Medium gebunden sind und dass Dolby Digital nicht Dolby Surround ersetzt. Dolby Surround hat den Vorteil, Surround-Sound über jedes zweikanalige Medium zum Hörer zu transportieren, also auch über zweikanalige Programme in Dolby Digital.

Kommen wir nun zur DVD-Video zurück und zu dem Ton, den wir selbst mit unseren Mitteln produzieren wollen:

Wie wir aus der o.a. Tabelle ersehen können, handelt es sich bei Dolby Digital um eine so genannte Pflicht-Audiocodierung.

Das bedeutet: "Eine DVD kann einen Dolby Digital Soundtrack als einzige Tonspur tragen (ganz gleich ob in Mono, Stereo, Dolby Surround codiertem Zweikanal-Format oder als 5.1-Kanal-Ton)." *)

Sie sehen, Dolby Digital beschreibt im Wesentlichen nur die Art der Codierung - vollkommen losgelöst vom Inhalt.

 
MPEG-Audio - Motion Pictures Expert Group

Zu MPEG-1 muss ich vermutlich nichts mehr sagen. Dieser EDV-TIPP macht ja im Prinzip nichts anderes, als sich mit MPEG zu beschäftigen. MPEG-1 selbst ist in der ISO 11172-3 beschrieben.

MPEG-1 lässt per Definition einen "single-channel", also einen typischen Mono-Kanal, sowie "two-channel" und damit Stereo oder Dual-Mono zu.

Codiert wird das Ganze mit einer Sampling-Rate von 32 bzw. 44, 1 oder 48 kHz. Die Datenrate für Layer II liegt zwischen 32 und 384 kbit/s.

MPEG sollte aufgrund der Intervention der Motion Pictures Expert Group anfänglich einmal alleiniger Standard für die europäischen Heimkinos werden. Warum das Vorhaben scheiterte, kann nur vermutet werden. Aber sehen Sie selbst, was die weiteren Testläufe bringen. Vermutlich werden Sie am Ende verstehen, wo das Problem liegt.

MPEG-2 spielt auf der DVD meines Wissens als Tonformat keine Rolle mehr. Zumindest habe ich bis jetzt noch nie eine DVD gesehen, bei der ein MPEG-2-Ton vorhanden war.

 
Neben MPEG, PCM und Dolby Digital mit der möglichen "Untermenge" Dolby Surround gibt es natürlich noch andere Verfahren.

Zu DTS ist z.B. zu sagen, dass es zwar nicht zum DVD-Video-Grund-Standard gehört, aber ein aus dem Kino bekanntes, digitales Mehrkanaltonsystem der Firma Digital Theater Systems ist. Es arbeitet, wie auch Dolby Digital, mit bis zu 5.1 Kanälen und ist eine mögliche Option der DVD-Video. Leuten die mir erzählen, dass DTS um Längen besser ist als Dolby Digital, empfehle ich http://www.dolby.com/tech/mp.in.0103.DigitalVsDTS.pdf. Nun gut, das ist ein Papier von Dolby werden Sie sagen, aber es gibt auch andere Quellen, die in die gleiche Richtung zeigen.

Das Internet ist voll von guten Quellen zu diesen Themen. Nutzen Sie bitte die Links am Ende dieser Staffel um sich weiter zu informieren.
 

 

*) Quelle: http://www.dolby.com

 

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