In den letzen beiden Folgen habe ich Ihnen die ersten Schritte auf dem Weg beschrieben, den ich gegangen bin, um einen optimalen Ton für eine DVD zu produzieren. Heute will ich einmal aufzeigen, auf welche Probleme ich bei der
weiteren Vorgehensweise gestoßen bin. Sie können die Folge überspringen und
direkt mit In Der Sound sah nicht nur gut aus
sondern hörte sich auch "Spitze" an. Zumindest war er vom Original nicht zu unterscheiden. Dazu kam, dass die Sampling-Rate die geforderten 48 kHz hatte. Wie schon im
Da ich ein Fan vom "Video Editor" aus dem Ulead MediaStudio bin, habe ich natürlich das Programm dazu in der Version 6.0 genutzt:
Im nächsten Schritt habe ich mein Musikfile auf die "Time-Line" gelegt und dazu einfach parallel, über die volle Zeit der
Soundlänge, ein stehendes Bild (und zwar ein Testbild) geschnitten, wie ich
es schon in meiner Folge
Am Ende wurde das Projekt auf Platte "gerendert". Und zwar mit folgenden Einstellungen:
Das Ergebnis sollte ein Test-AVI werden, dass nur ein Testbild zeigt und dazu einen optimalen Versuchs-Ton beinhaltet. Ziel sollte es sein, ein solches AVI in ein MPEG2-File zu wandeln und dieses dann hinsichtlich des Tons weiter zu untersuchen. Doch mein TMPGEnc wollte mein AVI nicht so richtig annehmen. Nach 2 oder 3 Nächten der "Forschung" stellte sich heraus, dass ich durch Änderung der Interleave-Rate TMPGEnc endlich dazu bewegen konnte, mein File zu akzeptieren. AVI steht ja für "Audio Video Interleave", was nicht anderes heißt, als dass Audio- und Videodaten ineinander verzahnt, also "interleaved" abgespeichert werden. Aus alter Tradition heraus hatte ich pro Frame immer ein Tonstückchen abgespeichert. Video und Audio wechselten dann wie folgt: VAVAVAVAVA. Nach Änderung auf "4:1"
wechselte die Struktur also auf VVVVAVVVVAVVVVA etc. Erst kamen vier Videoteile und dann ein Audioteil. Man spricht bei den Teilen auch von "Chunks", also den kleinsten Einheiten in einer AVI-Datei. Nachdem ich das also so geändert hatte, konnte TMPGEnc mein AVI lesen. Um herauszufinden, was denn hier überhaupt die optimale Einstellung ist, habe ich im Internet etwas geschnüffelt und sehr unterschiedliche Werte gefunden. Was ist denn nun die richtige Interleave-Rate? Bei DOOM9 habe ich mal irgendwas von "Interleave Audio" auf "every 500
ms" einstellen gelesen. Das schien mir persönlich etwas viel zu sein.
Nach einer recht intensiven Maildiskussion mit dem sicher vielen Lesen
bekannten "shh", dem Autor von
Also, alles nochmals auf Anfang und mit MdgH ans Werk (MdgH = Methode des genauen Hinsehen). ;-) Leider hatte ich mir immer nur die ersten paar Minuten eines Films angesehen und besonders angehört und darum den Fehler in seiner ganzen Breite nicht bemerkt. Allen Problemfilmen war eins gemeinsam: In der Mitte oder zum Ende des AVIs hin und stark abhängig von der eingestellten Interleave-Rate waren Bild und Ton gestört. Das Bild bestand (übrigens vollkommen unabhängig vom eingesetzten Codec) an bestimmten Stellen nur aus bunten Klötzen
und der Ton sah so aus:
Da bei dem auftretenden Fehler eine klare Abhängigkeit vom Interleave
bestand, habe ich noch mit Alexander Noé
Damit ein Software-Player die Bild und Ton-Segmente eines AVIs richtig lesen kann, besitzt jeder AVI-Stream im Header ein Feld, in dem die Buffer-Größe steht. Dieses Feld hat der Player auszulesen und damit seinen internen Speicher entsprechend anzupassen. Durch diesen Buffer ist der Interleave bei Wiedergabe von Festplatte im Prinzip völlig egal. Anders ist es bei einer Wiedergabe von langsamen Datenträgern, wie z.B. CD-Playern. Hier kann man jedoch so genannte "rec-Listen" nutzen, die aber meines Wissens nur von dem AVI-Mux GUI unterstützt werden.
Und damit war klar, dass TMPGEnc auch nur versucht hatte, das AVI zu erkennen und dabei über den fehlerhaften Stream gestolpert war. Also, alles nochmals auf die Ausgangslage zurück und alle Files wieder - diesmal aber noch systematischer hergestellt. Lag die Ursache in der Sampling-Rate-Wandlung, und gibt es doch Unterschiede zwischen der "Cool Edit"-Wandlung und der Wandlung mit SSRC? Vielleicht in der Wandlungsrate als solcher? Gar in der WAV-Struktur? Liegt es am Test-Bild? Kann eigentlich nicht sein. Es ist ein ganz normales BMP-Bild. Aber weiß man´s? Ist es das Schnittprogramm selbst, oder der Codec? Stellen Sie sich mal die Kombinationsmöglichkeiten vor. Ich will es kurz machen: Ein mit SSRC oder einem anderen Programm auf 48 kHz Sampling-Frequenz gewandeltes WAV mit meinem BMP-Testbild - mit Premiere geschnitten und gerendert - funktionierte als AVI auf Anhieb. Da wird die Adobe-Fraktion wieder grinsen - nach der Blamage bei der Tonumsetzung ;-). Geprüft habe ich die WAV-Files übrigens einzeln, indem ich das AVI in VirtualDub geladen habe und den WAV-Stream wieder herausgetrennt habe. Der Sound hatte die gleichen Merkmale wie der Ausgangssound und war durch
Premiere nicht verändert worden. Im Gegensatz zu dem 44,1 kHz Sampling-Sound,
der ja hinsichtlich der Sampling-Rate von Premiere geändert werden musste
(siehe MSP 6.0 hingegen war nicht zu einer fehlerfreien AVI-Ausgabe zu bewegen. Was früher, als ich reinen unveränderten Sound direkt von der CD genommen hatte, noch problemlos funktionierte, führte bei einem 48 kHz Sampling-Sound auf der Tonspur zu einer fehlerhaften Ausgabe! Also die Hotline befragt. An fünf Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten keine Antwort zu bekommen. Man hört immer nur ein Besetztzeichen. Da frage ich mich allen Ernstes, wofür ich das viele Geld ausgegeben habe, wenn sich bei der Support-Nummer keiner meldet. Also doch Support per E-Mail in Anspruch nehmen. Nachdem ich die Hürden des Support-Fragebogens überwunden habe, erfahre ich den Grund, warum sich keiner meldet. Ulead schreibt: "Um Ihnen einen noch besseren Support zu leisten, stellen wir unseren Service um. Dies umfasst die technische und organisatorische Umstrukturierung des Supportumfangs. Aufgrund dieser Umstrukturierung kann es zu Verzögerungen in der Bearbeitung Ihrer Anfrage kommen. Wir bitten dieses zu Entschuldigen." Also mal sehen was passiert... 14 Tage später! Es ist nichts passiert. Und die Lieferung für mein bestelltes Upgrade auf MSP 6.5 kam bevor sich die Hotline überhaupt geäußert hatte. Keine Sorge, ich hatte zuvor mit der Trial-Version schon getestet, dass der
Bug raus war und MSP 6.5 kann nun auch schöne AVIs mit 48
kHz-Sampling-Sound ausgeben. Aber wenn mich heute noch jemand fragt, ob ich
Ulead empfehlen kann, muss ich erst richtig lange nachdenken. Wie dem auch sei - ich hatte zumindest nun ein schönes AVI und damit konnte der nächste Schritt, einen MPEG-Stream mit guter Tonqualität zu encoden, folgen.
|
|
| ||