SVCD brennen mittels WinOnCD (Ver 3.8) 



Über viele Monate war das Brennprogramm NERO von http://www.ahead.de das einzige erschwingliche Programm, mit dem man Super Video CDs brennen konnte.

Die Details habe ich bereits in der Vergangenheit veröffentlicht. Der Aufsatz  "Die Video CD brennen" beschreibt, wie man mit diesem Programm (Super) Video CDs auf eine CD brennen kann.

Als Wettbewerber ist zwischenzeitlich Roxio (früher Cequadrat) mit WinOnCD in der Version 3.8 aufgetaucht. 

Nun habe ich das Produkt in der letzten Folge schon ansatzweise beschrieben, doch offensichtlich hat der ein oder andere User Schwierigkeiten mit dem Brennen einer solchen CD unter WinOnCD, sodass ich den Ablauf nachstehend kurz beschreiben will:

Wir starten mit dem Eingangsbild:

Hier wählen wir in der Karteikarte "Video" das Icon "Super Video CD" aus und klicken auf OK. Sollten Sie an dieser Stelle keinen SVCD-Eintrag haben, so kann es sein, dass Sie eine OEM-Version haben, die schon mal als abgemagerte Version auf den Markt gekommen ist.

Es erscheint nun folgendes Bild:

Jetzt wird es spannend:

In der unteren Bildschirmhälfte sehen Sie nun folgende Details:

Der Cursor steht vermutlich auf Track 01: Video CD 2.0 Dateisystem.

Wenn Sie nun auf ISO 9660 klicken, ändert sich das Bild wie folgt:

Aus dem Button Eigenschaften wird fast unbemerkt der Button Editor. Aus unserem Fotoalbum wissen wir nun aber, das sich dahinter die wichtigen Eigenschaften verbergen.

Ein Klick darauf zeigt uns nun folgendes Fenster:

Wenn Sie nun eine MPEG2-Datei im SVCD-Format nach unten in des Arbeitsfenster ziehen

haben Sie im Prinzip schon verloren !

Wenn Sie anschließend den Brennvorgang aktivieren, bekommt Ihre fertige CD eine Verzeichnisstruktur, die etwa so aussieht:

Ihr MPEG-File befindet sich im Hauptpfad. Hier gehört es aber nicht hin, denn dort wird es leider von keinem DVD-Player erkannt.

Der "Editor" von WinOnCD hat Sie also auf die falsche Fährte gelockt.

Vergessen Sie alles was ich hier geschrieben habe und fangen Sie wieder bei folgendem Bild an:

Ziehen Sie das gewünschte MPEG-File wie nachfolgend dargestellt einfach nach unten:

Im Detail sieht das dann z.B. so aus:

Ziehen Sie alle weiteren Files nach unten. Entspricht das File nicht dem SVCD-Standard, so erscheint folgende Fehlermeldung:

Wenn Sie die Datei dennoch verwenden wollen, antworten Sie mit JA. Ich rate aber davon ab, da die Datei meist doch nicht problemlos abgespielt wird.

Ob die Datei dem SVCD-Standard entspricht, können Sie sich im ersten Wurf mit dem BiteRate Viewer von Teco ansehen. Weicht Ihr File in wesentlichen Punkten von dieser Tabelle ab, so prüfen Sie Ihre Einstellungen.

 

Doch zurück zu WinOnCD:

Wenn Sie sich die Eigenschaften eines so eingeordneten Files ansehen wollen, klicken Sie einmal auf das entsprechende File und markieren Sie es damit. Ein weiterer Klick auf den Button "Eigenschaften" zeigt Ihnen so ein Fenster:

Ein Klick auf "Abspielen" startet den MS MediaPlayer.

Wenn Sie nun auf den Track 01 klicken und dann auf Eigenschaften, wie hier angedeutet:

öffnet sich folgendes Fenster:

Die Einstellungen die Sie hier sehen, beschäftigen sich mit Video-CDs bzw. mit Video-CDs im CDi-Player. Da wir aber keine Video-CD herstellen wollen, sondern eine Super Video CD, nehmen wir die beiden Haken heraus und klicken auf OK.

Über den Button "CD" können Sie den Brennvorgang einleiten. Die fertige CD hat dann folgende Struktur:

Unsere Datei "Teil1.mpg" hat sich etwas verändert. Der neue Name lautet "Avseq01.mpg" und sie befindet sich im Pfad "Mpeg2".

Aber auch der Dateninhalt wurde geringfügig modifiziert. Bereits in meinem Beitrag zum Thema "Realtime mit Ligos" habe ich davon berichtet, dass die Paket-Länge 2324 Byte groß sein sollte. Das gilt für das Video- als auch für das Audio-Paket. Das Audio-Paket hat in der Regel 2304 Byte Nutzdaten. WinOnCD vergrößert das Paket nun um 20 Byte (und das für jedes Audio-Paket im Stream), damit beide Pakete gleich groß sind.

Anschließend wird noch ein "Header" (< 1 kB) vor die eigentliche Datei gesetzt und fertig ist der SVCD-Stream.

Fragen Sie mich bitte nicht, warum die fertige Datei bei dem Brennprogramm "Nero" von Ahead deutlich größer ist als bei WinOnCD. Ich habe keinen blassen Schimmer, was da noch alles in dem Stream steckt.

Sie können mit entsprechenden Software- oder Hardware-Playern nun diesen SVCD-Stream abspielen.

Probleme mit der Struktur:

Leider hat sich gezeigt, das einige Standalone-DVD-Player mit der erstellten Struktur Probleme haben. Als Beispiel sei hier stellvertretend der DVD-Player Hitachi DVP-250E genannt.

Sebastian M. hat mich auf das Problem aufmerksam gemacht. Er schrieb mir, dass er den Player im Geschäft mit einer Test-CD von Johannes Kratz getestet habe. Mit seinem Player zu Hause angekommen, konnte dieser weder eine mit NERO noch mit WinOnCD erstelle SVCD lesen. Die Enttäuschung war groß. 

Die Zeitschrift "video" schreibt in Heft 2/2001, Seite 55, z.B.: "Theoretisch ist der Brennstandard zwar festgelegt. In der Praxis musste video jedoch feststellen, dass selbst gebrannte Scheiben in angeblichen SVCD-fähigen DVD-Playern nicht immer laufen."

Der Hinweis ist gut - doch wo ist die Ursache? Wo die Lösung?

Die von Johannes Kratz erstellte SVCD wurde z.B. mit Hilfe des Autorensystem I-Author produziert. Die Struktur der CD sieht so aus:


Im Gegensatz dazu die Strukturen von Nero (Ver 5.0.3.8) und WinOnCD (Ver 3.8 ohne ServicePack):

 

Nun ist I-Author von EnReach Technology nicht nur sehr umständlich zu bedienen, sondern auch sündhaft teuer. Die Standard-Version kostet US$ 995,- und die Deluxe-Version US$ 6.799,-


Leider scheinen sich nicht alle Entwickler an eine einheitliche Verzeichnis-Struktur zu halten. Und nun gibt es DVD-Player wie den YAMMI 715, der kann sowohl SVCDs mit der I-Author-, als auch mit der Nero- und der WinOnCD-Struktur wiedergeben. Andere Player wie der Hitachi können dies offensichtlich nicht.

Man kann nun hoffen, dass der Hersteller des DVD-Player eine neue Firmware bereitstellt, man kann das Problem aber auch über das Brennprogramm lösen.

Durch einen ServicePack von Roxio für WinOnCD, in dem eine überarbeitete "vcd4.dll" enthalten ist, wird das Problem allerdings gelöst.

Das Ergebnis ist eine CD mit einer Verzeichnisstruktur, die dann so aussieht:


In diesem Sinne fröhliches Brennen...

 

Nachtrag vom 01.02.2001

Wer bei seinem YAMAKAWA 715 nach dem Update auf die Firmware "A2" nur noch so ein Menü sieht, wenn er eine SVCD einlegt, ist mit dem o.a. Patch von WinOnCD übrigens auch gut beraten.

Wenn Sie Ihre SVCD mit WinOnCD incl. ServicePack (also der neuen VCD4.DLL) brennen, erscheint der "SMART NAVI" - Bildschirm nicht mehr. Es geht direkt mit dem Film los. Also eine richtige "AutoStart-Funktion".

 

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