Der Video-Schnitt



Die Capture-Funktion von Media Studio habe ich ja schon kurz erläutert. Jetzt geht es an den eigentlichen Video-Schnitt.

Das Grundbild des dazu notwendigen Video-Editors sieht etwa so aus:

 

Über das Insert-Menü können Sie nun einzelne Videos, stehende Bilder oder Sound einfügen:

Ich habe am Anfang dieser EDV-TIPP-Serie versprochen Sie nicht mit dem Video-Schnitt zu langweilen - und zwar aus zwei Gründen: Über Video-Schnitt kann man eine eigene Staffel machen und zweitens - es gibt unzählige Video-Schnittprogramme.

In den letzten 5 Jahren habe ich 5 oder 6 verschiedene Programme ausprobiert und ich muss gestehen, ich bin einfach bei dem (meiner Meinung nach) besten Programm, dem "MediaStudio Pro" von Ulead hängen geblieben. Nicht ganz billig - aber Spitzenklasse.

Ich möchte nun aber beschreiben, wie der Film aufgebaut ist.

Für unseren Testfilm habe ich zuerst ein Testbild  *) eingeblendet:

Und zwar in der Auflösung meines späteren Films (720x576 Pixel). Da das Ursprungsbild nicht das richtige Seitenverhältnis hatte, habe ich das Seitenverhältnis durch Hinzufügung von Balken am oberen und unteren Bildrand angepasst:

Das geht sehr einfach mit Corel PhotoPaint "Bild", "Seitengröße...".

Ziel dieser Aktion ist es, dass man später bei der Darstellung auf dem Fernseher einen wirklich runden Kreis hat. 

Am Ende meines EDV-TIPPs "Auflösung Computer/Fernsehen" finden Sie ein paar Quellen, die das Thema im Detail behandeln. 

Immer wieder haben mich Leser nach diesem Testbild gefragt. Nun habe ich das gezeigt Testbild schon sehr lange. Und leider weiß ich nicht, ob es "frei von Rechten Dritter" ist. Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang sich ein Testbild selbst zu machen. Gute Quellen sind:

 

Ein solches Testbild habe ich also bei jedem meiner Filme am Anfang. Das gibt mir quasi im Vorfeld die Möglichkeit, die Farbsättigung des jeweiligen Fernsehers meinem Film anzupassen.

Als nächstes Bild habe ich das Titelbild meines Film eingefügt. Auch wieder ein mit Corel gebautes Bild:

Von dort geht es mit einer Überblend-Funktion weiter auf den ersten Filmabschnitt:

Im Detail sieht das dann so aus:

Den Original-Ton habe ich gelöscht und einen Endlos-Sound eingebaut. Also ein kurzes Musikstück, bei dem der Anfang immer an das Ende anschließt. Sie können davon also "unendlich" viele Stücke aneinander reihen und Sie merken nie einen Absatz.

Ich habe das hier nur gemacht, weil das Musikstück "GEMA-frei" ist. Für den Familienfilm nehme ich in der Regel normale Stücke von einer CD, die gut zum Thema passt.

Meine einzelnen Filmsequenzen sind in der Regel so lang wie ein Musikstück. Warum erkläre ich gleich.

Der fertige Film sieht nun etwa so aus:

  • vorne zwei Standbilder

  • eine Überblendung auf ein Video mit einem Schwenk (von der Tiefe des Gartens nach vorne)

  • im stumpfen Schnitt eine zweite Videosequenz (drehendes Windrad)

  • wieder ein stumpfer Schnitt auf einen Wasserfall

  • parallel dazu Einblendung der Quelle (hier i.Link)

  • wieder eine Überblendung auf ein Video (drehendes Windrad)

  • mit der Einblendung (TV-Karte)

  • Überblendung auf Video (wieder drehendes Windrad)

  • mit Einblendung (Fast AV-Master)

  • Überblendung zum roten Ende-Bild

Dann stumpf drei Szenen hintereinander geschnitten:

  • Windrad (über TV-Karte digitalisiert)

  • Windrad (über Fast AV-Master)

  • Windrad (über i.Link)

  • hier hört nun die Musik auf

  • stumpf angeschlossen ein stehendes Bild mit einem weißen "Ende"

Diese Szenenfolge wird nun als *.dvp - File (Projektdatei) abgespeichert.

Im letzten Schritt kreieren wir nun das eigentliche Video. Wir "rendern" den Film. Das "rendering" steht im Prinzip für die "Übersetzung" bzw. "Übertragung" und meint hier das Neuberechnen bzw. Erstellen von Filmen.

Dazu vergibt man einen Namen. Bevor man auf OK klickt muss man aber noch die Optionen auswählen:

Unter "General" wählen Sie die "Größe" und die "Frame rate"

Unter "Advanced" können Sie die Datenrate begrenzen. Die Experten sagen, dass der da eingestellte Wert ca. 10% über dem Wert liegen sollte, den Ihr Ausgangsmaterial hat. Dadurch wird sichergestellt, dass das Media Studio beim Berechnen von Effekten keine Sprünge in der Datenrate erzeugt, was zu Problemen beim Abspielen führen könnte (z.B. horizontale graue oder farbige Blitzer).

 

"Audio Video Interleave" heißt nichts anderes, als dass Audio- und Videodaten ineinander verzahnt, also "interleaved" abgespeichert werden. Jeder Frame besteht hier aus einem Bild und dem dazugehörigen Sound.

Unter "Compression" wählen Sie den entsprechenden Codec aus:

Da ich u.a. eine Fast AV-Master-Karte habe, habe ich mich hier für den M-JPEG Codec passend zur Karte entschieden. Alternativ kann man auch jeden anderen installierten Codes auswählen. Nachstehend z.B. den DV Video Encoder:

Über den Menüpunkt "Configure..." können Sie sich noch zusätzlich für Type-1 oder Type-2 entscheiden:

Microsoft hat zwei Methoden definiert, nach der Digital Video - Daten in AVI-Files gespeichert werden. Diese sind in der Literatur als Type-1 bzw. Type-2 bezeichnet.

Um das Problem zu verstehen, muss man das Format begreifen, nach dem Video- und Audio-Daten in einem AVI-File gespeichert sind.

Im Prinzip können in einem AVI-File x-beliebig viele Datenströme (Streams) vereint sein.

Der Regelfall ist allerdings, dass nur ein Video- ("vids") und ein Audio-Stream ("auds") vorhanden sind.

Die Existenz von einem Video- und einem Audio-Stream, bzw. beide zusammen in einem AVI-File, ist der eigentliche De-facto-Standard von VfW.


Ein "Native DV"-Stream besteht nun aus einem DV codierten Video- und "pulse code moduliertem" (PCM) Audio-Signal. Geliefert werden diese Informationen als "interleaved" Stream - also als ein ineinander verschachtelter Datenstrom.

Dieser einzelne Datenstrom mit der Bezeichnung "ivas" (für interleaved video/audio stream) kann nun auch so als AVI-File vom "Type-1" gespeichert werden.

Da es sich dabei um einen einzelnen Stream handelt, der nicht der VfW-Spezifikation (s.o.) entspricht, können solche Type-1-Files per Definition von keinem VfW-basierten Editor (VfW = Video für Windows) benutzt werden.

Speichert man nun seine Daten in dieser Form ab, so ist es z.B. nicht möglich, diese AVI-Datei mit dem Video-Editor "MediaStudio Pro" Ver 5.2 zu öffnen. Erst die Version 6 hat die notwendigen Werkzeuge, um mit einer solchen Type-1-Datei umzugehen.


Interleaved DV - Daten können aber auch aufgesplittet werden und zwar in ein einzelnes Video-Signal und in ein bis vier Audio-Signale. Microsoft bezeichnet das Abspeichern in dieser Form als "Type-2". Solche Dateien sind nun wieder mit dem VfW-Standard kompatibel, da sie letztlich wieder Standard Video-Streams "vids" und einen (von vier) Audio-Streams ("auds") enthalten.

Dazu ist allerdings ein entsprechender Decoder notwendig, der den Ausgangs-Stream zerlegt und die anderen Audio-Signale ignoriert.


Doch kommen wir zurück zu unserem Film:

Es stand die Entscheidung nach dem Format und dem Codec an. Wenn Sie sich entschieden haben, beginnt das eigentliche "rendern" des Films:

Das Ergebnis sind fertige AVI-Files. In unserem Beispiel habe ich einmal mehrere Files mit verschiedenen Formaten erzeugt. Die Namen sprechen glaube ich für sich:

Sie beschreiben die Auflösung in Pixel. Die Files mit der Bezeichnung "Typ" sind Files mit einem DV-Codes und die Files mit der Bezeichnung "fast" sind M-JPEG-Files mit dem Codec der Firma Fast.

 

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