NEWS Wuppertal, den 02.04.2000

Hallo liebe EDV-TIP-Leser, sorry, dass ich mich im März nicht gemeldet habe, aber leider hat der Tag nur 24 Stunden. Alles hat Anfang Februar angefangen. Da hatte ich beschlossen, meinen "alten" Rechner kurz- bis mittelfristig zu erneuern. Für 98% meiner Hauptanwendungen war der alte Rechner mit ASUS-Board und IBM 6x86 150+ mit 64 MB RAM zwar noch gut genug, aber für das nicht gerade gut programmierte Kunden-Informations-System (CIS) meines Arbeitgebers war die Umgebung etwas schlapp. So wollte ich mir ein neues ASUS-Board der Baureihe K7M mit einen AMD Athlon 600 kaufen. Gesagt getan. Doch offensichtlich "fühlte" mein alter Rechner, dass seine letzten Stunden gekommen waren und er verschied einfach so von jetzt auf gleich. Also, ich ohne Rechner, ohne Mailanschluss, ohne Internet - das ist wie ein Junkie, dem ein neuer Schuss fehlt. So habe ich dann meinen Zweitrechner (PII mit 600 MHz) in einer Nacht- und Nebelaktion "geopfert" und ihn für die wichtigen Dinge des Lebens hergerichtet. Nach einer eingelegten Nachtschicht konnte ich wieder Mails empfangen und Texte schreiben. Aber an den EDV-TIP war überhaupt nicht zu denken, denn der Athlon-Rechner hat mich einige Wochenenden gekostet. Den Athlon-Rechner hatte ich, mehr oder weniger fertig, im Fachhandel gekauft. Anstelle des vom Händler empfohlenen Netzteils mit 250 W habe ich mich jedoch für ein "Servergehäuse" mit einem stärkeren 300 W Netzteil entschieden. Doch die Ernüchterung war groß, als ich anfing meine Komponenten in den Rechner zu bauen. Sechs Einsteckkarten, ein 4-fach CD-Wechsler, ein schnelles CD-ROM-Laufwerk, einen CD-Brenner, 4 SCSI-Festplatten und 3 bzw. 4 Lüfter. Denn leider startete der Rechner nun nicht mehr. Irgendein Anschluss ist falsch - werden Sie sagen. Habe ich auch gedacht. Nach 2 Wochenenden wusste ich, es ist die Spannungsversorgung. Obwohl alle diese Teile in meinem alten Rechner auch drin waren, wollte der Athlon mit den neuen Komponenten nicht arbeiten. Er wollte noch nicht einmal booten. Der Prozessor benötigt so viel Strom, dass man vermutlich ein zweites Netzteil nur für den Prozessor benötigt. Da ich weder ein zweites Netzteil noch ein zweites Gehäuse wollte, habe ich einfach das Mainboard und den Prozessor umgetauscht und mir einen P III auf einem ASUS P3B-F geholt. Mein Händler hat das auch ganz ohne murren gemacht, denn er kannte das Problem schon. Neues Spiel neues Glück. Wieder alle Teile in den neuen Rechner einbauen und siehe da, es geht problemlos. Mit einer Startdiskette meldete sich der Rechner mit einem wunderschönen A:>\ Leider schlug der Versuch Windows zu installieren jedoch fehl. Fast ganz zum Schluss verabschiedete sich die Windows-Installation jedes Mal wieder mit ganz abenteuerlichen Fehlermeldungen. Nach zwei weiteren Wochenenden hatte ich herausgefunden, dass es weder am Windows noch an mir lag - es lag schlicht am Speicher. Ich habe im Rechner zwei DIMM-Module (100 MHz) mit je 128 MB = 256 MB. Wenn ich nur ein Modul drin hatte (128 MB), ging die Installation problemlos durch. Bei zwei Modulen stürtzte der Rechner aber immer ab. Nun habe ich mir also die beiden Speichermodule eingepackt und bin wieder zu meinem Händler getigert. Als der mich sah, lächelte er und fragte, ob sich denn Windows nicht installieren lasse. Also auch ein Problem, dass er schon kannte. Ich habe zwei neue Speicherbausteine bekommen und als es mit diesen auch nicht klappen wollte, wieder zwei neue Speicherbausteine. Doch es hat alles nichts geholfen, der Rechner wollte nicht richtig arbeiten. Was war das Problem? Ich kann es nur mit hoher Wahrscheinlichkeit vermuten - es ist ein Problem der Laufzeiten. Der Hersteller des Mainboards schreibt im Handbuch "For the system CPU bus to operate at 100 MHz, use only PC100-compliant DIMMs". Im Prospekt meines Händlers stand nun "DIMM mit EEPROM 100 MHz - 128 MB SDRAM = 220,- DM". Kein Wort davon, dass der Hauptspeicher PC100-kompatibel ist. Schaut man sich die Speicherbausteine genauer an, so kann man feststellen (dazu habe ich übrigens wieder ein Wochenende gebraucht), dass die ersten Speichermodule, die ich hatte, mit 8 Nanosekunden definiert waren. Der zweite Satz hatte dann 7 Nannosekunden. Was bedeutet das nun: Beträgt der Systemtakt nun 100 MHz, also f = 1/t = 10 Nannosekunden, so sollten alle Speichermodule, die schneller als 10 Nannosekunden sind, ausreichen. Doch falsch gedacht. Das Signal benötigt einige Zeit, sich zu stabilisieren. Deshalb ist PC100-SDRAM mit kleiner/gleich 6 Nanosekunden spezifiziert. 7 Nannosekunden funktioniert zwar meistens auch, doch wer solche Module als PC100-kompatibel verkauft, der betrügt. Nicht so mein Händler - kein Wort davon in seinem Prospekt, dass die Module PC100-kompatibel seien. Der Händler verkauft nur 100 MHz-Speichermodule - und wenn sie nicht arbeiten, nimmt er den Schrott einfach wieder zurück und gibt den Kunden das Geld zurück. Da bei den meisten Rechnern das Problem vermutlich gar nicht auffällt, machen die Händler einen guten Schnitt. Wer sich zu diesem Thema gerne mal einlesen will, dem sei http://www.corsairmicro.com/PC100.htm empfohlen. Also habe ich noch einmal in die Tasche gegriffen und beim gleichen Händler anstelle der 100 MHz Speichermodule 133 MHz Module gekauft und siehe da, es klappte auf Anhieb. Nun ja, jetzt bin ich rund 5 Wochen älter und an Erfahrung deutlich reicher. Zwischenzeitlich ist noch mein Satellitenempfänger abgebrannt - im wahrsten Sinne des Wortes. Also, alles neu macht der Mai (obwohl wir doch erst April haben). Und nun muss das Ding noch programmiert werden. Jetzt wissen Sie, warum es in den letzten Wochen keinen neuen EDV-TIP gegeben hat. Dafür kann ich Ihnen mit einer Programmiertabelle für den Satellitenempfang weiterhelfen - wenn Sie daran Interesse haben. Grüße Stefan Uchrin
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