Fehlende LAN-Verknüpfung unter Windows XP

 

Kennen Sie das Problem einer fehlenden Netzwerkverknüpfung in einem Small Office- / Home Office- (SOHO) Netzwerk?

Ausgangsbasis für meine Beschreibung ist ein kleines Netzwerk z.B. mit einem DSL-Router und zwei oder drei Rechnern. Auf einem Rechner läuft Windows ME und auf dem anderen z.B. Windows XP.

Sie haben schön artig Ihr Netzwerklaufwerk verbunden:

den richtigen Ordner ausgewählt:

und danach können Sie im Fenster "Arbeitsplatz" die so verbundenen (gemounteten) Laufwerke sehen:

 

Einige Windowsversionen "kranken" aber nun daran, dass Sie sich zwar automatisch am Netz anmelden, nicht aber die Laufwerke der letzten Sitzung mounten, obwohl Sie oben einen kleinen Haken bei

gemacht haben.

Bei dem nächsten Neustart stellt Windows XP die Verbindung bei der Anmeldung gar nicht her - besonders dann, wenn Sie sich gar nicht anmelden, weil Sie keine "Client-Anmeldung", sondern die vereinfachte "Windows-Anmeldung" ohne jedwedes Passwort gewählt haben.

In diesem Fall wird das Bild der Netzwerklaufwerke unter Windows XP nach dem Start etwa so aussehen:

Windows XP-Rechner hat also keine Verbindung zu den Laufwerken des Windows ME-Rechners aufgenommen.

Je nach Anwenderprogramm muss man aber erst eine Verbindung zum externen Netzwerk-Laufwerk haben, um im Anwenderprogramm auf das Laufwerk zugreifen zu können.

Man kann das Problem zwar mit einem Doppelklick auf das jeweilige Symbol (siehe oben) lösen, doch bei mehr als einem Laufwerk ist dieses nachträgliche "mounten" von Laufwerken per Hand recht umständlich.

Die Profis nutzen an dieser Stelle meist den Registry-Eintrag "RestoreConnection". Doch leider versagte bei meiner Windows XP - Home-Version dieser Kniff.

Ab Windows NT (ich glaube - ab Version 4) und auch unter Windows 2000 bzw. Windows XP gibt es aber auch einen anderen Tipp:

Und zwar den Befehl "net use".

Dieser DOS-Befehl erlaubt es, sich einem Rechner gegenüber als Benutzer zu authentifizieren.

Um nun ein Netzlaufwerk mit Ihrem Rechner zu verbinden, müssen Sie jedoch einige Dinge über das zu "mountende" Laufwerk wissen:

  • Wie lautet der Name oder die IP-Adresse des Rechners auf den Sie zugreifen wollen?
  • Welches soll der lokale Laufwerksbuchstabe sein?
  • Wie ist der Freigabename des Netzlaufwerkes?

Sind diese Infos bekannt, so kann innerhalb der vergebenen Rechte mit diesem Befehl auf alle Serverressourcen zugegriffen werden.

Ich habe es mir also recht einfach gemacht und mit dem Befehl

                    net use Z: \\Dienst\C

mein System so verbunden, dass ich auf meinem privaten Windows XP-Rechner unter dem Laufwerksbuchstaben "Z" das Laufwerk "C" meines dienstlichen Rechners sehen kann.

Um die Sache weiter zu vereinfachen, habe ich die nachstehenden DOS-Befehle in eine Batch-Datei geschrieben

                    @echo off
net use Z: \\Dienst\C
net use Y: \\Dienst\D
net use X: \\Dienst\G

und diese Datei mit dem Namen lan.bat rufe ich automatisch mit dem Start des Rechners auf. Erstellen Sie dazu einfach eine Verknüpfung im Ordner "Programme/Autostart".

Achten sie darauf, dass die BAT-Datei "minimiert" ausgeführt wird und bei der Gelegenheit können Sie auch direkt ein passendes Symbol vergeben.

Nun kann es sein, dass je nach Rechnerkonfiguration Ihre Batchdatei im Normalzustand wunderbar arbeitet - doch während des Startvorganges kläglich versagt.

Während die Programme im Autostartverzeichnis abgearbeitet werden, macht Windows gleichzeitig alles mögliche. Die Dateien svchost.exe, lsass.exe, oder symproxysvc.exe greifen wechselweise auf das LAN bzw. über das LAN auf das Internet zu, wie ein Protokollmitschnitt von "Norton Internet Security" beweist:

Und offensichtlich behindern diese Programme die einwandfreie Ausführung von unserer kleinen Batchdatei.

Wenn Sie jedoch eine kleine Wartezeit mit einem "Wait-Befehl" einbauen, funktioniert alles wunderbar.

Die Batch-Datei sieht also nun so aus:

                      @echo off
c:\bat\wait 5500
net use Z: \\Dienst\C
net use Y: \\Dienst\D
net use X: \\Dienst\G

Der Befehl "wait 5500" ruft ein Programm mit dem Namen WAIT.EXE (1) auf und übergibt diesem einen Parameter (hier 5500), damit dieses 5 1/2 Sekunden Wartezeit einbaut, bevor es weitergeht.

Diese Zeit kann natürlich von Rechner zu Rechner und von Konfiguration zu Konfiguration anders sein. Probieren Sie es im Zweifel einfach aus und geben Sie 500 msec Reserve dazu.

Das sollte das Problem lösen.

Wem das zu simpel ist, der kann die kleine Batchdatei oder die Netzwerk-Befehle direkt auch über andere Wege starten.

Marc Ruef hat in seiner Website alle denkbaren Möglichkeiten zusammengestellt, um Programme z.B. über die win.ini oder div. Registry-Einträge zu starten. Suchen Sie sich einfach Ihre Möglichkeit aus.

 
Zu dem grundsätzlichen Problem sehen Sie bitte auch: http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;de;d308582

 

(1) Quellen für WAIT.EXE

 

PS: Vielen Dank an "TomM" und "wwoody", User des DVD-SVCD-Forums, für ergänzende (Quellen)hinweise.